Mein kleiner Tiger und Ich

Stanley der perfekte Kater

Mein Kater Stanley zeichnete sich immer durch überaus große Menschenaffinität aus. Ständig wollte er kuscheln, alle meine Freunde liebten ihn, und am Besten war, dass er immer wenn ich in die Wohnung gekommen bin und meine Hand zu ihm runterhielt, er sich auf zwei Beine stellte und sich selbst an der Hand streichelte. Meine Liebe zu ihm wurde auch dadurch noch verstärkt, dass es für ihn nichts Schöneres zu geben schien, als sich des Nachts zu mir zu legen, und noch mehr zu kuscheln. Außerdem gehörte er zu den Katzen, die niemals freiwillig aus der Wohnung gegangen wären. Einmal, da dachte ich mir, es wäre Zeit ihm die Gelegenheit zu bieten, die natürliche Umgebung zu erkunden. Also öffnete ich die Tür und rief ihn. Stanley kam natürlich sofort und streichte schnurrend um meine Timberland Boots. Nachdem ich nicht reagierte, schien er endlich festzustellen, dass die Tür (anders als sonst) sperrangelweit offen stand. Stanley schnupperte ein bisschen und setzte sich dann unentschlossen auf die Türschwelle. Nachdem ich ihm keinen Hinweiß darauf gab, was jetzt getan werden sollte, blickte er mich unvermittelt und fragend an, eben genau so, wie es nur Katzen können. Also ging ich ein, zwei Treppen hinunter, um ihm vor zu machen, dass es nicht schwer sei, auch mal außerhalb der Wohnung zu sein. Stanley richtete sich auf und machte einige zaghafte Schritte in Richtung Treppenabsatz. Dort blieb er erstmal eine Weile und blickte sich unsicher um. Nach weiteren verstrichenen Minuten ging ich wieder zu ihm hoch und nahm ihn auf den Arm, was er sofort mit Schnurren und Kuscheln gut zu heißen schien. Möglicherweise gegen seinen Willen ging ich dann jedoch einige Treppen nach unten- mit ihm auf meinem Armen. Stanley blickte sich zuerst unsicher um, und begann dann damit sich immer heftiger in meinen Pullover zu verkrallen. Als wir unten angekommen waren, und raus auf den Hof gingen, war Stanley nicht mehr zu halten: Gequältes Miaun untermalte seine panischen Versuche sich an meinem Nacken hoch auf meinen Kopf zu hangeln. Unter Schmerzen beschloss ich, dass das Experiment misglückt war, und ging mit ihm wieder hoch, in seine gewohnte Umgebung. Mit jeder Stufe, die ich nahm, wurden seine Qualen geringer: Er krallte sich weniger fest, und auch die Klagelaute, die beständig von ihm ausgegangen waren, wurden weniger. Endlich oben angekommen war er immer noch ganz benommen und begann hastend damit, sich sein Fell ab zulecken. Ich entschuldigte mich sofort für mein unangemesses Forscher-Verhalten indem ich ihm eine extragroße Portion Futter vor meine Füße stellte.

Ein anderes Mal fiel ein Experiment ausschließlich zu meinen Ungunsten aus. Vermutlich durch ausgleichende Gerechtigkeit: Ich spielte mit Stanley, und hatten den fixen Einfall, ihm eine etwas schwierigere Aufgabe zu stellen. Also nahm ich mir ein wenig von seinem Futter und legte es in die Spitze meiner Schuhe. Stanley begann natürlich sofort damit, mit seinen tiefschwarzen Katzenpfoten zu versuchen, das Futter heraus zu fischen. Mich ereilte in diesem Moment ein Telefonat, welches sehr wichtig war, also ging ich aus dem Zimmer, um mich besser konzentrieren zu können. Insgesamt dauerte das Gespräch nur zwanzig Minuten, doch genau in diesen zwanzig Minuten muss Stanley mit außergewöhnlichem Elan weiterhin versucht haben an den Köder heran zu kommen. Erst als ich in das Zimmer trat, wurde mir das Ausmaß seiner Zerstörungswut klar: Die Sohle war herrausgerissen, die Schnürsenkel waren zerfleddert, und der Stoff völlig über das ganze Zimmer verteilt. "Schuhe von Puma", dachte ich nur, und begann vertstört damit, für Ordnung zu sorgen. Stanley hatte die Aufgabe also gemeißtert, wenn auch in einer Weise, die ich ihm niemals zugetraut hatte. Glücklicherweise war er nie so überschwänglich, wenn wir zusammen spielten....

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  • Mein erstes Abenteuer
  • Unsere kleine Maunzi
  • Als ich klein war…
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  • Kratzspuren an Arm und Bein...und Sessel!
  • Impressum
  • Stanley der perfekte Kater
  • Hommage an eine Katze
  • Go's and NO Go's mit einer Hauskatze

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