Mein kleiner Tiger und Ich

Unsere kleine Maunzi

Ich bekam meine Katze als ich sechs Jahre alt war. Wir sind damals umgezogen, von K. in ein kleines Dorf in der Nähe einer Kleinstadt. Meine Mutter hatte dort einen neuen Mann kennengelernt und so hatte ich keine Wahl. Ich habe mich damals mit Händen und Füßen gewehrt, ich wollte partout nicht weg aus meinem Umfeld und von meinen ganzen Freunden. Eine kleine Katze, das war das Lockmittel, dass ich schließlich doch einwilligte. Die Katze des Untermieters meines Vaters hatte gerade Junge bekommen und so durfte ich mir von ihnen eines aussuchen. Ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern, warum ich meine kleine Katze gewählt habe. Vielleicht war sie die letzte, die übrig war, vielleicht war es auch Liebe auf den ersten Blick. Ich kann es ehrlich nicht mehr sagen. Aber es spielt auch keine Rolle.

Ich erinnere mich an den Tag, als wir sie abgeholt haben. Aus irgendeinem Grund sind wir an diesem Tag mit der kleinen Katze bei beiden Großeltern von mir vorbeigefahren. Alle waren begeistert von ihr. Im Garten meiner Großeltern väterlicherseits hat sie das erste Mal das Gras unter ihren kleinen Pfötchen gespürt. Ich hatte große Angst, dass sie uns wegläuft und bin ihr überall hinterhergelaufen und habe sie keine Sekunde aus den Augen gelassen. Bei meinen anderen Großeltern hat sie einen kleinen Papierkorb aus Bast gefunden, in den sie sich zusammenrollte und schlief. Ich habe den Anblick der kleinen schlafenden Katze noch heute vor Augen.

Als sie noch klein war, ist sie liebend gerne in unseren Gardinen geschaukelt. Meinen Eltern hat das überhaupt nicht gefallen, aber sie sah so süß aus, wie sie mit Anlauf hineingesprungen ist und nicht genug bekommen konnte, von dem Hin- und Herschwingen. Ich habe einmal zu Weihnachten eine Marionette geschenkt bekommen. Als ich mit ihr spielte, war Maunzi furchtbar eifersüchtig, hat einen Katzenbuckel gemacht und sie angefaucht und sogar noch ihr geschlagen. Irgendwann hat sie es tatsächlich geschafft sie kaputt zu bekommen und sie hatte damit wieder meine volle Aufmerksamkeit. Das war es, was sie wollte. Natürlich liebt sie es, wie jede Katze just auf das Objekt zu setzen, mit dem man sich gerade beschäftigt. Sei es das Geschenkpaper, das man gerade auf dem Fußboden ausgerollt hat, die Landkarte, die ausgebreitet auf dem Boden liegt oder die Tastatur des Computers. "Hallo, ich bin auch noch da!" will sie uns damit sagen und ist ganz eifersüchtig, wenn man ihr nicht die Beachtung schenkt, die ihr ihrer Meinung nach gebührt. Viel Unsinn hat sie schon gemacht, die Kleine. Unzählige Vögel und Mäuse gefangen, die Tapeten und das Sofa zerkratzt, Mamas Käsekuchen, der zum Abkühlen auf der Anrichte stand, gefressen oder sich mitten auf das Kopfkissen im Bett gelegt. Dann schaut sie einen jedes Mal mit großen Augen an und man kann sich noch so sehr anstrengen: man kann ihr schon in diesem Moment nicht mehr böse sein! Sie hat der Familie schon so viele glückliche, lustige und schöne Stunden beschert, dass sie von zu Hause gar nicht mehr wegzudenken ist! Sie ist ein Familienmitglied und gehört zu uns!

Eine Katze zu haben macht das Leben um so vieles schöner!

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